Vom Ende

Ich schreibe zugegebenermaßen sehr selten hier rein. Und noch viel seltener Privates. Doch heute mache ich eine Ausnahme.
Gestern habe ich erfahren, dass meine Oma Krebs hat.

Rippenfellkrebs. Kannte ich vorher nicht. Kenne ich jetzt, weiß ich jetzt, nur realisiert
habe ich es noch nicht. Bei weitem nicht.

Meine Oma ist 89, man hatte sich schon bewusst gemacht, dass sie
irgendwann nicht mehr da ist, sehr abstrakt und ohne wirklich darüber
nachzudenken. Ruhig eingeschlafen im Bett oder einfach umgekippt,
Hauptsache schnell.
Und nun das, Krebs. Dass hätte es nicht gebraucht.
Meine Oma ist eine Kämpferin, Krieg, Vertreibung, früh Witwe geworden,
mit 5 Kindern, alle groß gezogen. Hat sich durchgeboxt, eine mutige und
willensstarke Frau, vermutlich mehr als ich je sein werde.

Sie war der einzige Grosselternteil, den ich wirklich kannte, ein
weiterer Opa starb, als ich sechs war. Ich erinnere dunkel seinen
Zigarrenrauch und seine Sessel stehen heute in meiner Wohnung, doch
meine Oma konnte ich richtig kennenlernen. Umso größer wird das Loch
sein, was zurückbleibt.
Ach Scheisse!

PS: Dieser Eintrag gehört meiner Familie, weshalb ich hier keine Kommentare zulasse.